In den letzten Jahren hat FT8 den digitalen Verkehr auf Kurzwelle (HF) geprägt und ist für Weak-Signal-Verbindungen zur Referenz geworden. Nun sorgt FT2 für Aufmerksamkeit: eine neue, experimentelle digitale Betriebsart, die die QSO-Zeiten deutlich verkürzen soll – bei ähnlicher Betriebslogik wie die bekannten FT-Modi.
Wichtig: FT2 ist nicht als Ersatz für FT8 gedacht, sondern als Ergänzung für andere Betriebsszenarien. Wenn Signale mindestens moderat sind und Tempo sowie hohe QSO-Dichte zählen (Contest, starke Aktivität, Pile-ups), kann FT2 eine spannende Option sein.
Was ist FT2?
FT2 ist eine digitale Betriebsart mit sehr kurzen Sende-/Empfangszyklen. Wie bei FT8/FT4 ist der Austausch auf das Wesentliche reduziert (Rufzeichen, Rapport, 73), jedoch mit dem Ziel, QSOs deutlich schneller abzuschließen.
Damit richtet sich FT2 vor allem an Operatoren, die in kurzer Zeit viele Verbindungen abwickeln möchten – ohne die typische „Minimal-Message“-Philosophie der FT-Familie zu verlassen.
FT2 vs. FT8 vs. FT4: Operativer Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede der gängigen digitalen HF-Modi – insbesondere im Hinblick auf QSO-Geschwindigkeit und Empfindlichkeit bei schwachen Signalen.
| Betriebsart | Zykluslänge | QSO-Geschwindigkeit | Empfindlichkeit | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| FT2 | Sehr kurz | Sehr hoch | Mittel | Contest, Pile-ups, hoher Traffic |
| FT4 | Kurz | Hoch | Gut | Schnelle DX-QSOs |
| FT8 | Standard | Moderat | Sehr hoch | Weak Signal, DX über große Distanzen |
Wann lohnt sich FT2?
- Digitale Contests, wenn QSO-Rate wichtiger ist als maximale Weak-Signal-Performance.
- DX-Aktivität mit mittleren bis starken Signalen.
- Kurze Ausbreitungsfenster, in denen schnelle Abschlüsse entscheidend sind.
- Phasen mit hoher Aktivität, wenn Bandsegmente „voll“ sind und Effizienz zählt.
Grenzen im Vergleich zu FT8
FT8 bleibt die erste Wahl, wenn es um extrem schwache Signale geht. FT2 priorisiert dagegen Geschwindigkeit und kann – je nach Ausbreitung – bei marginalen Bedingungen weniger „reichweitig“ wirken als FT8. Für klassische Weak-Signal-Jagd ist FT8 daher weiterhin die Referenz.
Technische Voraussetzungen für FT2
- Präzise Zeitsynchronisation (zuverlässiges NTP), da kurze Zyklen stärker auf Timing reagieren.
- Frequenzstabile Transceiver-Konfiguration (saubere Abstimmung/Calibration).
- Saubere Audio-/CAT-Kette (Interface korrekt eingestellt, Pegel kontrolliert).
- Aktuelle Software, die FT2 unterstützt, inklusive korrekter Konfiguration.
Fazit
FT2 ist ein spannender Ansatz für mehr Effizienz im digitalen HF-Betrieb. Es ersetzt FT8 nicht, erweitert aber die Optionen – besonders für Contestbetrieb und Situationen mit hoher QSO-Dichte. Wie stark sich FT2 etabliert, wird letztlich die Praxis „on air“ zeigen.
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